Sonntag, 19. Februar 2012

2012-02-19 hexenjagd im westerwald

Das wäre also mein Tag gewesen. Habe wohl das beste daraus gemacht, wenn man bedenkt daß ich zur Zeit solo, und ein Fastnachtsmuffel bin. Habe mich auch dieses Jahr wieder vor dem Verkleiden drücken können. Und auch davor, zwanghaft gut gelaunt sein zu müssen. Wenn ich die Umzüge im Fernsehen sehe, kann ich es fast garnicht glauben - überall glückliche Jäcken die strahlen als hätten sie den Tag ihres Lebens. Nun gut, wahrscheinlich sind die Kameramänner darauf geschult nur die lustigsten der spaßigsten der originellst verkleidetsten im Großformat zu zeigen. Und - diese Menschen sahen dabei garnicht betrunken aus ! Ob das wohl authentisch sein kann ?
Das war übrigens auch schon die Antwort darauf, wieso ich mit Karneval nichts anfangen kann. Ich habe lieber mit Menschen zu tun, die dazu stehen was sie tun und machen, die nicht vortäuschen irgendwer zu sein, und die sich nicht hinter einer Maske verstecken wollen. Aber genau das scheint für die Fans der Reiz zu sein. Mal jemand/etwas anderes zu sein. Obwohl ich, weil im Rheinland geboren, eigentlich eine genetische Veranlagung haben müßte ein Narrenkönig zu werden, so mach ich es doch lieber auf meine Art: Späßchen und gute Laune, übers Jahr verteilt, in kleinen Dosen unter die Leute bringen..


Nachtrag am Montag:
Fasching ist wohl doch authentisch - nur ich selbst wäre es nicht, würde ich so tun als würde mir das ganze Spektakel Freude bereiten.. Alles nur eine Frage der richtigen Einstellung - und eine Frage wie man zu dieser Einstellung kommt :-)

Donnerstag, 9. Februar 2012

2012-02-09 durch die nacht

Mit Reinhard Mey einschlafen - mit einem Ohrwurm von Tocotronic aufwachen. Was in den Stunden dazwischen passiert ist - keine Ahnung. Aber ich liebe es morgens aufzuwachen und das Gefühl zu haben als wäre ich gerade auf einem Konzert gewesen. Im Kopf noch den Klang und die kristallklare Stimme noch im Ohr..
Musik ist der Soundtrack zu meinem Leben - und ich bin noch auf der Suche - nach dem nächsten Track. Den Track der zu meinem jetzigen Leben paßt - die Musik die ich toll finde und die ohne melancholische Stimmung auskommt.. Ist es seltsam daß es aber genau diese ist, die ich momentan ganz besonders zu schätzen weiß ? Ich suche den sanften Übergang, an den man sich langsam gewöhnen kann. Den fließenden Übergang den man erst garnicht bemerkt - und sich dann doch plötzlich fragt was da gerade passiert ist..
Mit "hurra so nicht" einschlafen - mit "leb deine träume" aufwachen...

Sonntag, 5. Februar 2012

2012-02-05 tolerierter motivationsverlust

Um diese Uhrzeit, also jetzt, noch mit Kuchenbacken anfangen ? Viel lieber sitz ich nun auf der Couch und höre Musik. Meine Arbeitskollegen würden es eh nicht bemerken wenn es den Geburtstagskuchen ein paar Tage später gibt - oder wenn es überhaupt keinen gibt. Inzwischen ist die Firma so groß geworden, daß die meisten schon den Überblick verloren haben, wer wann Geburtstag hat. Erwartungen gibt es also inzwischen nicht mehr. Wenn der Druck so klein geworden ist, wieso sollte ich mir dann selbst Druck machen ? Schließlich habe ich ja auch eine gute Entschuldigung vor mir selbst, war schließlich den ganzen Tag unterwegs. Die letzten Zweifel an der Glaubwürdigkeit meiner Ausrede vernichtet die Sucht - also die nächste Zigarette. Und auch bringt mich die nächste Zigarette nochmal fünf Minuten weiter Richtung Nacht - also sie macht es noch später, ja wirklich viel zu spät um jetzt noch mit dem Kuchenbacken anzufangen. Und überhaupt wäre es ja auch viel besser wenn ich gleich zwei Kuchen backe - einen für meine Abteilung und einen für die Produktion - und das würde ich ja nun heute schon garnicht mehr schaffen ! Ach, ist das schön wenn man sich die Realität selbst zurechtspinnen kann. Manchmal bin ich da richtig stolz auf meine Kreativität. Meine Schwester hat mir dieses Jahr ein Buch geschenkt: Die Kunst des klaren Denkens - 52 Denkfehler die sie besser anderen überlassen. Ich glaube sie kennt mich doch ein wenig ;-)

Sonntag, 29. Januar 2012

2012-01-29 atmosphärisch

Mal was anders machen, so habe ich mir das vorgestellt. Erstmal habe ich aber nur angefangen mit "etwas anderes machen". Mone hat mich mitgenommen in ihre Lieblingskneipe. Da ich bisher Alkohol immer nur in homöppathischen Mengen konsumiert habe, war für mich die Motivation bisher immer sehr gering mich in solche Locations reinzutrauen. Nach diesem Jahr Silvester weiß ich aber daß ich auch mehr als zwei Colabier vertrage bevor ich nicht mehr zurechnungsfähig bin. Ganz ohne Alkohol würde es wohl auch keinen Sinn machen in eine Bierkneipe zu gehen und sich dem übelst dichten Rauchschwaden auszusetzen. - selbst einer "erfahrenen" Raucherin tränten an diesem Abend schonmal die Augen.. Nun, was sind das für Gestalten die dort abhängen ? Ja, sie hängen ab. Machen Würfelspiele an der Theke, sitzen an den gemütlich spärlich beleuteten Tischen, plaudern, ruhige Leute. Leute in meinem Alter die einfach nur eine schöne Zeit verbringen wollen. Kein Flirtstreß, kein sehen und gesehen werden. Frauen waren an diesem Abend dort untervertreten - vielleicht auch ein Grund wieso sie so gerne dort hingeht, von der riesigen Auswahl an Spirituosen mal abgesehen. Ein paar von den würfelspielenden Mittdreißigern kannte Mone schon vom sehen und so traute ich mich dann auch, mal ganz ungezwungen nach den Regeln dieses dubiosen Spiels zu fragen. Kommunikation ist Glückssache - und umso schwieriger je weiter sich die beiden Niveaus, in diesem Fall der Alkoholspiegel, voneinander unterscheiden. Hannes hatte schon einen leichten Vorsprung, aber Regeln zu einem Würfelspiel sind ja noch nicht soo anspruchsvoll, dachte ich - jedenfalls nicht so anspruchsvoll wie es später wurde ihn davon zu überzeugen daß ich bestimmt in meinem Leben auch glücklich werden könne ohne jetzt noch ein Studium anzufangen. Oder ihn davon zu überzeugen daß Mone nicht meine Traumfrau ist, und ich jetzt nicht vorhabe alles daran zu setzen "etwas daraus zu machen". Er hat mir auch seine Kurzversion seiner Lebensgeschichte verraten, komischerweise gibt er sich aber damit zu frieden daß er eine Freundin im 100km Luftlinie entfernten Trier hat, die er kaum sieht, mit der er nicht telefoniert sondern nur Emails schreibt.. Es kam mir etwas unstimmig vor - schließlich hatte er mich noch kurz zuvor dazu animieren wollen mein Leben zu verbessern, alles daran setzen Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Vom Beruf her ist er Programmierer - ich hoffe also daß er, wenn er die Programme für den Next Generation Bremssystem-Assistenten schreibt, dies im nüchternen Zustand tut.. Mone hatte sich inzwischen auch mit einem der anderen Würfelspielern in ein Gespräch vertieft - für mich war es dann an diesem Freitagabend um 3 Uhr nachts auch genug fürs Erste. Auch Hannes verließ die Kneipe, um kurz darauf wieder hereinzukommen. Er vermißte sein Handy und fragte ob wir es nicht irgendwo gesehen hätten. Mone suchte all seine Außentaschen ab, aber es tauchte einfach nicht auf.. Ich rief sogar auf seiner Nummer an, doch nirgends ließ sich ein Klingelton vernehmen. Schließlich meinte er, wie als ob er soeben einen Gedankenblitz gehabt hätte, er wisse wer es gestohlen hätte. Verraten wollte er es uns aber nicht, das wäre nochmal eine ganz andere (geheimnisvolle?) Geschichte..

Mones Gesprächpartner klärte uns dann später auf, er wäre schon zigmal von Hannes des Handyklaus beschuldigt worden - tatsächlich würde das Teil aber einfach am nächsten Morgen wieder in irgendeiner Tasche auftauchen.

Mittwoch, 25. Januar 2012

2012-01-25 jetztzeit

Ein halbes Jahr Single, und wie habe ich die Zeit genutzt ? Was hat sich geändert ? In den letzten Wochen ist viel passiert - zumindest in Relation zu den letzten Jahren. Aber ich habe auch gemerkt daß ich zum Teil wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen bin, aus der Zeit vor meiner letzten Beziehung. Bin ich in den letzten Jahren nun weiser geworden ? Oder einfach nur älter ? Habe ich mich weiterentwickelt - oder nur verändert ? Das kann man eigentlich nur beantworten indem man sich die Frage stellt, ob man einem bestimmten Ziel näher gekommen ist. So ziellos, wie ich eben bin, gebe ich mir sogesehen selbst keine Chance. Es ist mehr so ein Prinzip Hoffnung nach dem Motto : es wird schon alles besser werden, das Glück kommt von allein. Bisher hat genau diese Herangehensweise ja auch immer geklappt. Aber es wird nicht einfacher mit dem Alter etwas komplett anders zu machen. In ein paar Tagen bin ich 34, aber ich möchte mich noch nicht so fühlen wie sich ein 34-jähriger gefälligst zu fühlen hat - ich möchte lieber das Gefühl haben daß im Leben noch alles passieren kann, alle Wege offen stehen. Mit einigen Dingen muß ich mich aber wohl oder übel abfinden. Zum Beispiel daß ich niemals mehr mit meiner ersten großen Liebe zusammenkommen werde - sie hat inzwischen geheiratet und das erste Kind. Ich muß auch einsehen, daß es Situationen im Leben gab in denen ich Fehler gemacht habe die nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Ich hätte damals Weichen anders stellen können. Aus damaliger Sicht habe ich das Richtige getan, heute würde ich es anders machen. Ich habe immer behauptet daß ich nichts in meinem Leben bereue, weil es mich zu der Person gemacht hat, die ich heute bin. Ein klitzekleines bischen erkenne ich jetzt aber, daß ich mich auch gezielt in eine andere Richtung hätte entwickeln können. Dann wäre ich zwar nicht der, der ich heute bin, aber vielleicht auch kein schlechterer Mensch ?
Es ist nunmal geschehen, ich muß mich damit abfinden, und loslassen - um Raum für Neues zu machen. Aus der Vergangenheit lernen, und nach vorne blicken. Vielleicht nicht nur das Beste "daraus" machen, sondern das Beste - komplett neu erfinden ?

2012-01-19

Wie es mir denn geht ? In Wirklichkeit war es wohl eher eine Art von Bitte, daß ich sie frage wie es denn bei ihr steht. Alles blöd - Druck von allen Seiten, kann es niemandem Recht machen. Das kenne ich... Quatschen wär schön, aber sie hat nichtmal Zeit für sich selbst, also biete ich ihr an, daß sie sich ja auch mal spontan melden kann, ganz ohne Termindruck. Als Dank für dieses nicht-unter-Druck-setzen bekomme ich eine SMS zurück in der sie schreibt daß ich ein Schatz bin und bleibe - mit fünf Ausrufezeichen. Ich glaube nicht daß ihr bewußt ist, was eine solche Aussage bei mir anrichten kann. Aber momentan fühle ich mich gut - das sollte ich genießen so lange wie möglich, die Quittung wird schon noch kommen..

Sonntag, 22. Januar 2012

2012-01-03

Alles im Leben ist Illusion - wie wahr ! Und das sollte man nutzen um daraus Realität zu machen. Den Tag heute auf der Arbeit habe ich diesmal gut gelaunt hinter mich gebracht. Anfangs mußte ich noch ein bischen nachhelfen, aber wenn man erstmal die ersten freundlichen - und nicht deprimiert klingenden - Sätze hinter sich gebracht hat, dann klappts auch mit dem Büronachbarn. Das mit Sandra war nichts besonderes - auch bei anderen Menschen spiegelt sich die gute oder schlechte Laune wieder. Es lohnt sich also in jedem Fall eine gute Miene aufzusetzen, auch wenn man sich eigentlich gerade beschissen fühlt. Als Dank bekommt man gute Laune zurück - und die ist dann tatsächlich so echt, daß sie ansteckend ist. Kein Teufelskreis sondern ein Engelskreis sozusagen.

Samstag, 21. Januar 2012

2012-01-01

Mone made my day.
Eigentlich sollte dieser Eintrag schon im neuen Notizbüchlein stehen - das für 2012. Aber erstens gibts das neue noch nicht, und zweites gehört dies noch zum alten Jahr. Einen kurzen Moment lang stand ich bei bei meiner Schwester auf der Terasse und hatte das Gefühl daß zusammen mit dem Jahreswechsel tatsächlich der Film ein Ende findet. Abschließen mit 2011 und sich nicht mehr um mein Geschwätz von gestern scheren. Eine letzte SMS habe ich an Sandra geschickt - ganz unverbindlich, und habe tatsächlich einen Neujahrsgruß, also ein Lebenszeichen, zurück bekommen. Damit ist nun meine Ungewißheit beseitigt. Sie hat nicht deshalb nicht geantwortet weil sie nicht konnte - sondern weil sie nicht wollte. Jetzt kann ich ohne schlechtes Gewissen meine Kontaktversuche abbrechen - sie möchte einfach nicht mehr. Auch wenn noch die Frage offenbleibt wieso, so kann ich doch jetzt den Abspann laufen lassen - wie in einem Experimentalfilm bricht die Story mittendrin ab - zufällig zum Jahreswechsel - und hier wird alles besser, weil endlich real. Nicht mehr so unwirklich daß es schon fast peinlich ist daran zu glauben.
Mone made my day - am Freitag. Einen superlieben Neujahrsgruß hat sie mir über Facebook geschickt. Auch wenn es auf den ersten Blick nichts besonderes war, so hätte ich doch fast heulen können vor Glück, daß jemand an mich denkt, bei dem ich mich nicht gerade erst zwei Tage zuvor gemeldet habe. Noch ein paar SMS gingen hin und her - und jetzt habe ich wieder eine Handy-Konversation die mich zum schmunzeln bringt - ohne bitteren Beigeschmack. Diese Woche wollen wir uns nach Jahren mal wieder treffen - hoffe da kommt nichts dazwischen.

2011-12-29

Das hat ja nun wirklich nichts mehr mit dem Projet "frei" zu tun. Wieso lasse ich es eigentlich zu, daß jemand dadurch, daß er antwortet - oder auch nicht, darüber bestimmen kann, ob ich selig einschlafe, oder ob ich eine schlaflose Nacht habe. Ich bin mir schon bewußt, daß das mein Problem ist, ausschließlich in meinem Kopf passiert - und eigentlich gar kein Problem sein sollte. Etwas mehr auf Abstand gehen ist die da die erstbeste Lösung - näher heran wird sich schon von alleine einstellen, wenn es soweit ist. So langsam habe ich genug von dem Film, in dem ich mich inzwischen wie eine Marionette vorkomme. Nicht von ihr, sondern von mir selbst gestrickt. Vielleicht ist für mich doch eine Beziehung geeigneter, in der es etwas nüchterner zugeht, in der ich noch kontrollieren kann wieviel Gefühl ich zulasse. Auch wenn diese dann nicht so intensiv sind.
Ach ja - gestern haben wir uns spontan im Ikea auf ne Schokolade getroffen. Gegen Ende fragte sie mich , wieso ich gerade so traurig klinge - und plötzlich merkte ich das auch an mir selbst. Dabei war es eigentlich genau umgekehrt - sie war es, die auf mich diesen Eindruck machte. Verstärkten sich da die Gefühle gegenseitig ? Das wäre allerdings der Horror..
Wieviel von dem Leben was ich erfahre ist wirklich echt ? Wie auch immer das mit mir und Sandra weitergehen wird, es hat mich auf jeden Fall schon jetzt weitergebracht. Ich habe also schon längst gewonnen, auch wenn ich momentan leide.. Jetzt schon mal danke an dich - Sandra - daß du mir zeigst an welchen Stellen in meiner Persönlichkeit ich noch arbeiten muß, um am Ende behaupten zu können : ich bin frei.

2011-12-26

Nein, es ist kein Karussel - es ist wie auf einer Achterbahn. Berauschend, aufregend, leidenschaftlich. Vor allem letzters - es schafft leiden, diese Sehnsucht nach mehr, und auf der anderen Seite zu wissen daß es absolut unvernünftig wäre seinen eigenen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Wieso ist das so ? Vielleicht sollte ich es aufschreiben - bevor ich diese Wahnsinnsmomente wieder verdrängen - muß - damit ich nicht zu sehr darunter leide. Es gibt nicht viele Momente in meinem Leben die mir so bedeutsam erscheinen daß ich sie nicht vergesse. Das mag vielleicht an meinem schlechten Gedächtnis liegen, aber es gibt auch Momente die zusätzlich zu ihrer Bedeutung auch noch etwas magisches haben. Momente in denen ich wirklich die Zeit anhalten möchte - für eine Ewigkeit verweilen und einfach nur sein. Ich hätte Sandra gerne in diesem Moment in der Gecko-Lounge einfach nur umarmen wollen, ihre Stimme mit allen Sinnen aufnehmen - und mich danach entschuldigen wollen daß ich ihr in diesem Moment nicht folgen konnte weil ich einfach zu überwältigt war. Für meine Verhältnisse ist es so außergewöhnlich - daß ich es einfach überbewerte ?
Was mache ich jetzt mit dieser Erkenntnis ? Was lerne ich daraus über mich selbst ? Sind das nur ganz normale Anzeichen von "verknallt sein", nur daß ich diese Zeichen nicht erkenne ? Sehnsucht ist auch eine Sucht. Wenn sich alles nur noch um die eine dreht, eine Mail oder keine Mail über super und ganz ok entscheidet, sollte ich vielleicht mal einen Schritt zurrücktreten um den Überblick zu gewinnen - erst dann wieder einen Schritt nach vorne wagen wenn ich weiß das es nicht der falsche Weg ist. Jetzt stehe ich also hier, blicke über den Nebel und soll mich entscheiden wie ich in ein paar Tagen Silvester feiern will. Wie ich mich auch entscheide - ich entscheide mich gegen irgendetwas, vielleicht auch dafür, zu leiden. In allem nur das Beste zu sehen fällt mir gerade nicht besonders leicht.
Hoffentlich schreibt sie bald - damit ich das Gefühl habe daß es weitergeht - ich nicht länger in diesem Bardozustand verweilen muß. Mit größter Wahrscheinlichkeit mache ich mir mal wieder viel zu viel Gedanken und verkompliziere damit alles - womöglich mach ich es damit sogar unmöglich.
Phase 2 hatte ich bisher einfach nicht und ist deshalb neu für mich. Wenn ich an meine letzten Beziehungen zurrückdenke, das ging immer so schnell - und so kam es nie zu dieser Ungewißheit die ich jetzt durchmache. Die Erklärung für all das Durcheinander ist eigentlich ganz einfach: Es ist zu schön um wahr zu sein..

Freitag, 20. Januar 2012

2011-11-27

Zu früh gefreut ! Heute morgen noch dachte ich es wäre zu leicht. Ich sollte meine Sehnsucht einfach akzeptieren und schon läufts wieder wie gewohnt. Heute abend stelle ich aber fest, daß das Akzeptieren garnicht so einfach ist wenn sich die Gedanken wie auf einem Karussel drehen. Wenn ich auf den Augenblick warte um abzuspringen. Stattdessen formen sich Bilder - ein Bild zum Beispiel daß sie unerwartet um die Ecke kommt und für mich das Karussel anhält. Aber das wird sie nicht - genausowenig wie es jemals irgendwer für mich getan hat. Es tröstet ein wenig daß ich nicht der einzige auf der Welt bin, dem es so ergeht.
Ich möchte meine Gefühle aber auch nicht abwürgen, nicht unterdrücken, möchte nicht zu einem gefühlskalten, nur funktionierenden Menschen werden. Und natürlich möchte ich auch verhindern daß ich davon wie in einem Strudel heruntergezogen werde. Wähle ich jetzt wie so oft den Tristate-Zustand, weder high noch low - und warte ab was passiert ? Treibe ich dann weiterhin in dieser Leere ? Gebe ich damit nicht einfach nur die Verantwortung an das Schicksal ab ? Vielleicht wäre es aber auch der einzige Fehler in meinem Leben, wenn ich mich jetzt dazu entschließen würde den Kontakt abzubrechen ?
Die Anzahl der Fragezeichen auf den letzten Seiten ist schon ein ganz guter Indikator dafür wie unsicher ich mir momentan - mit allem - bin. Weil es nicht nur rhetorische Fragen sind. Im Nachhinein, mit etwas Abstand sind sie es vielleicht. Ich möchte die Zeit vorspulen, oder zurrückspulen wie in einem Film. Endlich ans Ende kommen - und natürlich möchte ich ein happy End !

2011-11-26

Wie bekomme ich nur diese dunkelrosarote Brille wieder ab ? Die habe ich mir doch garnicht ausgesucht !
Auf dem Weg rund um die Stadt ist mir eine Strategie dazu eingefallen. Wenn schon nicht abbrechen, dann kann ich diese Phase doch zumindest beschleunigen und dabei voll auskosten. Auskosten ? Um mich von dieser manchmal wirklich qualvollen Sehnsucht zu befreien hat es keinen Sinn diese einfach zu verdrängen. Mir bleibt nichts anderes übrig als den Herzschmerz wirklich zu verarbeiten. Als erstes hatte ich mich gefragt was wohl die erwachsene Art wäre sich mit Liebeskummer zu beschäftigen. Ein paar Möglichkeiten sind mir dazu eingefallen, aber Wege die mit ziemlicher Sicherheit dazu führen, daß irgendwann wieder alles hochkommt. So wie jetzt zum Beispiel. Man könnte sich zum Beispiel in die Arbeit stürzen, soviel Termine wie möglich machen um garnicht erst auf die Idee kommen zu können darüber nachzudenken. Man könnte sich in die nächstbeste Beziehung stürzen, auch das, um erst garnicht darüber nachdenken zu müssen wie es früher war. Man könnte einer Sucht verfallen - einer beliebigen vielleicht. Eine Sucht die das Gehirn dazu bringt abzuschalten und so viel Zeit wie möglich damit totzuschlagen. Aber das alles würde nicht von Dauer sein. Dieses Mal möchte ich es besser machen, vernünftiger, geplant, erwachsener eben. An mir selbst habe ich gemerkt daß ich schon relativ gut meine Gedanken im Griff habe. Wenn ich merke daß ich mich mit etwas zu intensiv beschäftige, dann kann ich das bremsen. Aber wenns um Gefühle geht, so reicht einfaches bremsen einfach nicht. Im Gegenteil - es wird dadurch noch schlimmer, so als hätten diese dann erst Recht Gelegenheit sich voll zu entfalten. Daher bin ich für mich zu der Erkenntnis gekommen daß ich da jetzt durch muß, wenn ich wieder frei sein will. Wenn ich mich nicht von meinen Gefühlen fernsteuern lassen möchte, dann muß ich das komplette Programm durchmachen - so wie es für das menschliche Gehirn wohl vorbestimmt sein muß, wer auch immer sich das so ausgedacht hat. Wenn ich kein Programmheft finde, dann muß ich mich halt mühsam selbst hindurchkämpfen.
Das hört sich schon ein bischen nach Arbeit an. Nun ist es aber so, daß ich mich gerne vor unnötiger Arbeit drücke, wie mach ich es also am besten ? Bestandsaufnahme ? Oder kommt die Bestandsaufnahme am Schluß ? Wie sollte denn mein Ziel aussehen ? Ich glaube genau hier liegt das Problem - ich kann mir das Ziel nicht vorstellen. Ein vernünftiges Ziel wäre es, wenn ich mich für J. freuen könnte, egal mit wem sie auch zusammen ist, solange sie glücklich wird. Ich möchte so frei sein, daß sich nach einem Treffen mit ihr, meine Gedanken nicht zwei Tage lang mit ihr beschäftigen. Ich möchte so frei sein, daß ich ihr sagen kann was ich denke und wie ich für sie empfinde, und nichts verschweigen nur aus der Angst heraus sie könnte danach auf Distanz gehen. Nunja, den letzten Punkt werde ich mir vermutlich dann doch verkneifen..

2011-11-25

Ich weiß nicht, ob das gestern eine gute Idee war, J. zu besuchen. Wir sind bei ihr zuhause geblieben und haben uns, nachdem ich von meiner Trennung von S. erzählt habe, alte Fotos aus unserer Zeit angesehen. Wir haben beide von den alten Zeiten geschwärmt und ich habe jede Sekunde genossen. Und dann ist mir heute morgen auf dem Weg zu Arbeit wieder eine Szene von gestern Abend eingefallen - wir standen zusammen am Aquarium und hielten, scheinbar, nach dem Kampffisch Ausschau. Wir standen nur da, unsere Köpfe dicht beieinander um den gleichen Blickwinkel zu haben, und ich fühlte mich in eine andere Welt versetzt. Es war so ein Moment den ich für immer hätte festhalten wollen. Kein Gefühl daß sie etwas von mir erwartet, kein Warten auf die nächsten gesprochenen Worte, kein Bedürfnis irgendetwas zu tun. Einfach nur sein - in ihrer Nähe. Es sollte nichts, und es ist auch nichts passiert. So unglaublich spektakulär kann nichts tun, nichts denken, nichts reden - sein.
Nun muß ich schon den ganzen Tag an sie denken - obwohl ich genau weiß daß sie jetzt endlich nach Jahren mit ihrem Freund zusammenziehen möchte. Ich habe ihr angeboten daß sie mich auch mal besucht - sollte sie sich plötzlich, nur weil ich nicht mehr mit S. zusammen bin, mehr für mich interessieren ? Wären nicht alle diese Umstände - ich würde behaupten ich hätte mich verknallt. Aber damit, mich darauf einzulassen, tue ich mir keinen Gefallen, diese Art von Liebeskummer kenne ich zu genüge..

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